RSG - unsere "Leistungssportler"
RSG ist die Leistungsvariante der Wettkampfgymnastik. Hierbei erlernt man die Grundlagen der Techniken mit den Handgeräten Ball, Reifen, Keulen, Seil und Band. Mit zunehmendem Können werden die zu erlernenden Übungen mehr und mehr akrobatisch. Das ideale Alter für den Einstieg in diese Sportart ist 4 bis 6 Jahre. Bei uns existieren nunmehr vier verschiedene Gruppen, nach Alter und Leistungsstufen differenziert. Unsere Wettkämpferinnen sind sowohl bei Einzelwettkämpfen als auch bei Mannschaftsmeisterschaften auf Gau- und Landesebene immer wieder sehr erfolgreich. Für interessierte Mädchen existiert auch eine Ballettgruppe. Die Handgeräte für diese Sportart sind Ball, Reifen, Band, Seil und Keulen. Das Seil besteht aus Hanf oder synthetischem Material, die Länge richtet sich individuell nach der Körpergröße der Gymnastin. Der Reifen ist aus Holz oder Kunststoff gefertigt, muss mindestens 300 Gramm wiegen und einen Innendurchmesser von 80 - 90 cm haben. Die Keulen aus Holz oder Kunststoff wiegen mindestens 150 g je Keule, sind 40 - 50 cm lang. Der Ball aus Gummi oder Weichplastik wiegt mindestens 400 g und muss im Durchmesser 18 - 20 cm groß sein. Das Band besteht aus Bandstab und Band. Der Bandstab aus Holz, Bambus, Kunststoff oder Glasfiber ist 50 - 60 cm lang. Das Band hat eine Länge von mindestens 6 m, besteht aus Seide, Atlas oder Kunstfaser und ist 4 - 6 cm breit. Die Farben der Geräte sind im übrigen beliebig, außer Gold, Silber und Bronze. Die Gymnastin trägt beim Wettkampf einen Gymnastikanzug, wobei die Arme und Beine kurz oder lang gehalten sein können. Verzierungen der Gymnastikanzüge sind erlaubt, jedoch keinerlei Kostümierungen. Bewertet werden die Übungen von einem Kampfgericht. Der Ball ist das einzige elastische Handgerät der Wettkampfgymnastik. Dieser Tatsache muss auch bei der Behandlung durch die Gymnastin Rechnung getragen werden. Das bedeutet, dass der Ball jederzeit frei auf der Hand liegen muss; er darf niemals gehalten oder gar "gekrallt" werden. Es entsteht eine gefühlvolle Beziehung zwischen dem Körper der Gymnastin und dem Ball, wobei dieser in perfekter Harmonie geprellt, gerollt und geschwungen wird. Hinzu kommen spektakuläre Würfe mit kontrollierten, genauen und geräuschlosen Fängen. Der Reifen als das größte stabile Handgerät erlaubt die Verbindung vieler verschiedenartigster Elemente. Hierbei ist beim Fangen die Berührung des Reifens durch den Körper der Gymnastin ebenso verboten, wie die Berührung des Bodens durch den Reifen beim Schwingen. Häufige Griffänderungen erfordern eine gute Koordination der Bewegungen. Die runde Form des Reifens bevorzugt Rollen, Sprünge durch und über den Reifen, Zwirbeln, Drehen, Werfen und Fangen sowie Schwingen. Das Band ist für Zuschauer immer ein optischer Leckerbissen, vor allem bei gymnastischen Gruppendarbietungen. Es kann in alle Richtungen geworfen und geschwungen werden und zeichnet hierbei atemberaubende Figuren in den Raum. Seine Flüge durch die Luft scheinen nicht enden zu wollen. Hierbei darf sich das Band weder verknoten, nicht knallen und die Gymnastin berühren. Auch ein Verharren auf dem Boden ist unerwünscht. Die Grundlagen der Figuren sind Schwünge, Schlangen, Spiralen und Würfe. Die charakteristischen Elemente der Übungen mit dem Seil sind Laufen und Springen mit und ohne Seildurchschlag, Werfen und Fangen, Schwingen, Führen und Kreisen. Die Figuren können entweder mit dem straffen oder losen Seil, mit einer oder beiden Händen, mit oder ohne Handwechsel ausgeführt werden. Die Beziehung zwischen dem Gerät und der Gymnastin ist explosiver als bei den anderen Geräten, ist aber trotzdem durch Weichheit und Agilität, gepaart mit Eleganz, geprägt. Die Gymnastin verwendet die Keulen, um Rollen, Drehungen, Würfe und so viele asymetrische Figuren wie möglich, kombiniert mit den vielen Figuren der Gymnastik ohne Handgerät, auszuführen. Ein besonderes Highlight einer gymnastischen Keulenübung sind die sogenannten Mühlen, wobei die Keulen sich kanonartig bewegen und sich dabei natürlich nicht berühren dürfen. Übungen mit den Keulen erfordern einen hoch entwickelten Sinn für Rhythmus, maximale psychomotorische Koordination und die Genauigkeit eines Uhrwerks. Die Bewertung der Übungen Ähnlich wie im Turnen werden maximal 10 Punkte für eine Übung vergeben, jedoch nach einem anderen Modus, von dem man sich eine objektivere Bewertung vor allem im Spitzenbereich erhoffte. Jede Kür wird von zwei Kampfgerichten bewertet, die jeweils maximal 10 Punkte vergeben können. Team A vergibt die A-Note (max. 10) für die Komposition des Vortrages: A1 - technischer Wert (Anzahl und Art der Schwierigkeiten) - 5,00 Punkte A2 - künstlerischer Wert (Choreographie, Musik, Auswahl der Geräte- und Körperelemente, Harmonie) - 5,00 Punkte Team B vergibt die B-Note (maximal 10 Punkte) für die Ausführung. Bei allen nationalen und internationalen Meisterschaften wird die ermittelte Endnote anschließend durch 2 geteilt und als offizielle Endnote bekannt gegeben.
