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Ironman World Championship 12. Oktober 2019 in Kailua-Kona Hawaii

Eine zweite Chance

Wer hätte das gedacht – ein zweites Mal innerhalb von 2 Jahren die Chance zu bekommen, bei der World Championship in Kona zu starten – unglaublich, aber wahr. Bei meiner diesjährigen Teilnahme am Ironman in Kärnten gelang es mir – mit viel Glück – nochmals einen Startplatz für Big Island zu ergattern - und ich habe zugegriffen.

Es ging mir schon oftmals durch den Kopf, wie ich es damals, 2017, bei meinem ersten Start, hätte besser machen können, als ich beim Marathon viel „gewandert“ (d.h. viel gegangen) bin.

Aufbauend auf meine Erfahrungen von 2017 passte ich die sportliche Planung an, d.h. ich habe nach einer 7-tägigen Pause die folgenden Wochen nur lockeres Regenerationstraining gemacht. Danach erst ging es langsam mit dem Vorbereitungstraining für Hawaii los.

12 Tage vor der Weltmeisterschaft begann dann meine Reise auf die andere Seite der Welt. Diesmal habe ich einen Flug mit einer längeren Umsteigezeit gewählt und so stand ich dann am Montagabend mit einer Lei um den Hals auf dem Flughafen in Kailua-Kona auf Big Island in Hawaii. Die nächsten Tage galten der Akklimatisierung sowie der gedanklichen und praktischen Vorbereitung auf den Wettkampftag.

Die Trainingseinheiten auf der Wettkampfstrecke gaben mir das Gefühl der Sicherheit und wieder einmal die Erkenntnis, dass dieser Wettkampf hier in Hawaii nicht umsonst als das härteste Rennen der Welt bezeichnet wird. Durchstehen ist hier die Devise und mit einem Lächeln auf den Lippen über die Ziellinie laufen, auch wenn mir das Lachen zwischen Start und Ziel gewiss hin und wieder vergehen würde.

Am Wettkampftag erwachte ich nach kurzem Schlaf und hatte genügend Zeit, mich in Ruhe auf den Tag - mit Ankleiden, Frühstücken und dem Lesen der letzten Grüße aus Deutschland - einzustellen. Draußen im Dunkeln auf dem Alii Drive hatte bereits eine „Völkerwanderung“ Richtung Hauptschauplatz des heutigen Tages begonnen. Erstmalig gab es dieses Jahr 11 Startgruppen nach Altersklassen unterteilt.
Als Erstes stand das „Bodymarking“ an, danach ging es zum Wiegen und dann in die Wechselzone das Rad vorbereiten (Aufpumpen, Verpflegung anbringen…). Anschließend ging es in den Startblock meiner Gruppe. Hier konnte ich den Livegesang der amerikanischen Nationalhymne und den Start der Profis akustisch (und optisch auf der Leinwand) miterleben.

Bald darauf begann mein eigenes Rennen: Einschwimmen bis zur Startlinie, die deutlich gekennzeichnet war durch das permanente Hin-und Herpaddeln einiger „Surferboys“ auf ihren Boards. Punkt 7:10 Uhr kam das Zeichen für die geschätzt 600 Starter, den Tag ihres Sports zu beginnen. Durch die 11 Startgruppen war das Schwimmen entspannter als vor 2 Jahren mit ca. 1.800 Startern. Leider hatte ich wieder keine Füße für das Wasserschattenschwimmen gefunden und so bewältigte ich die Strecke ohne. Das Schwimmen lief gut und bald schon hatte ich den Schwimmausstieg vor Augen. Treppe hoch, duschen (in einem Zelt hingen Wasserschläuche von der Decke mit denen man das Salzwasser abspülen konnte) und danach ab aufs Rad!

Die ersten 14 Kilometer der Strecke führten in einer Schleife durch Kailua-Kona. Hier wurde man lautstark angefeuert.
Dann ging es hinaus auf die einsame Strecke durch die Lavafelder in Richtung Hawi, oben im Norden der Insel.
Das - wenn auch eintönige - Panorama der Radstrecke faszinierte mich wieder einmal und ich kam zügig in einen gleichmäßigen Tritt. Der Wind kam in diesem Jahr überwiegend von hinten. Ich fuhr hinein in den bunten Ort Hawi und sah auch bald den Wendepunkt, Die nächsten Kilometer zurück musste ich mich dann aufs Äußerste auf die seitlichen Winde konzentrieren, damit ich nicht unkontrolliert von der Fahrbahn abkam.
Ab Ende der Abfahrt ging es wellig weiter zurück durch die Lavafelder mit überwiegenden Gegenwind. Hier wehte ein warmer Wind und obwohl ich Kopf und Körper an jeder Verpflegungsstellen kühlen konnte (immer zwei Flaschen Wasser über den Körper verteilt) war das kurz nach dem Passieren der Verpflegungsstelle schon alles wieder verdunstet.

Dann war die Radstrecke geschafft - ich gab mein Fahrrad in Helferhände und bedankte mich beim Volunteer. Im Wechselzelt ließ ich mir ein „Ice-Towl“ geben, um mich runter zu kühlen. Dabei zog ich die Laufschuhe an, verstaute meine Verpflegung für die Laufstrecke und los ging es. Die ersten Kilometer gingen locker, ich bremste mich trotzdem ein wenig, denn es lagen ja noch einige vor mir.

Die Strecke entlang des Alii Drive versprach Abwechslungsreichtum - sowohl aufgrund der vielen Zuschauer als auch wegen der Strecke an sich. Ab und zu ein Blick aufs Meer und ein kleines Lüftchen reichten schon, um sich glücklich zu fühlen.

Meine Strategie, an den Verpflegungsstationen (ca. alle 1,7 km) zu gehen, mich gut zu verpflegen und runter zu kühlen (ca. 6 Becher mit Eiswürfeln im Anzug verteilt, Mütze im Eiswasser geschwenkt) hielt ich gut ein.  Ab ca. km 15 konnte ich leider wegen eines Magenproblems keine Nahrung mehr zu mir nehmen. Wenigstens ging Cola noch und so verpflegte ich mich auf der restlichen Marathonstrecke damit. Leider wurde mein Tempo zwischen den Laufstation dadurch langsamer.

In diesem Jahr erreichte ich das Energy Lab noch vor Sonnenuntergang (2017 war ich da erst am Eingang). Als die Sonne dann unterging, war ich noch ca. 12 km vom Ziel entfernt (eigentlich wollte 3-4 km weiter sein). D.h. meine Lampe, die ich sicherheitshalber eingesteckt hatte, habe ich gar nicht benötigt, denn in der Nähe von Kailua-Kona war es (auch bedingt durch einige neue Straßenlaternen und dem Mondschein) doch recht hell.

Wieder in Kona angekommen standen unglaublich viele Zuschauer jubelnd am Rand und bewunderten, wie ich und andere dem Ziel entgegen liefen. „Looking good“ „Great Job, great Job“ Für Augenwischerei ist man hier ja immer zu haben.

Ich erhöhte die letzten Km noch mal das Tempo (was erstaunlicherweise gut ging) um vielleicht doch noch unter den 12 Stunden zu bleiben.
Die letzte Kurve, der Zielkanal, der Teppich, der Zielbogen und ich hatte es geschafft!
Ich war wieder einmal schlichtweg überwältigt von der genialen Stimmung im Zielbereich.

Leider habe es nicht geschafft unter 12 Stunden zu bleiben. Um 19:13 Uhr nach 12 Stunden und 3 Minuten bin ich eingelaufen und hatte somit die 2,4 Meilen (3,86 Km) Schwimmen, 112 Meilen (180 Km) Rad und 26,2 Meilen (42,2 Km) Laufen bewältigt.

Als Fazit bleibt, dass ich mich in allen Disziplinen sowie bei den Wechselzeiten verbessert habe. Ich habe das gesamte Rennen genossen und einige Wellen mit den Helfern bzw, Zuschauern gemacht. Von meinen 3 vorhergesagten Endzeiten (Probleme, Gut und Traum) lag ich 1 Sekunde über „Gut“ was das Überschreiten der 12 Stunden Marke dann wieder relativiert und weshalb ich alles in allem zufrieden bin (Jammern auf hohem Niveau).


„Mahalo lui noa“ für die vielen Glückwünsche und an alle die vor Ort bzw. aus der Ferne mitgefiebert haben!
 

Aloha

Klaus

Triathlon-WM-Ticket Hawaii (HA-30.06.2017)

Unverhofft Ticket für Triathlon-WM auf Hawaii gelöst